© Olli Waldhauer/www.olliwaldhauer.com

Brüste sind tabu

Bilder von Geschlechtsteilen und Fruchtbarkeitssymbole gab es schon als der Mensch noch in Höhlen wohnte, nackte Brüste auf Gemälden waren im Rokoko (das war im 18. Jahrhundert) unglaublich beliebt und zur Jahrhundertwende, als die Fotografie entstand, gab es bald Postkarten mit pornografischen Szenen, die unterm Ladentresen verkauft wurden.

Die Pornoindustrie hat sich immer sehr schnell neuen Formaten und Medien angenommen. Von der Fotografie über den Groschenroman zum Spielfilm und der VHS Kassette bis natürlich zum Internet. Doch mit Smartphones und Apps bekommt die Industrie nun ein Problem. Die großen IT-Konzerne, Facebook, Apple, Google und Co sperren Inhalte mit nackter Haut aus.

Auch der nächste Schritt in Richtung Virtual Reality wird kaum für Pornografie nutzbar sein, da die entsprechenden Inhalte vorwiegend über Apps laufen, hinter denen wiederum die IT-Konzerne stehen.

Nebenbei hat kürzlich der Playboy angekündigt auf erotische Fotos zu verzichten. Bei Facebook verbreitet sich ein Foto, das auf den Misstand aufmerksam machen will, dass Brüste tabu sind aber rassistische Kommentare nicht gelöscht werden.

Nackte Haut und Sex drohen damit in die tiefste Schublade des Tresens zu rutschen. Der Besuch im Museum ist dann bald ab 18 Jahren freigegeben. Für spezielle Kinderführungen werden kleine schwarze Balken aufgeklebt. Und im öffentlichen Raum tragen Skulpturen demnächst wetterbeständige Kleider.

Fotocredit: © Olli Waldhauer/www.olliwaldhauer.com

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